Schwarzwald-Baar-Kreis
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Gefahren im Netz:
Loverboys/Cyber-Grooming/Love-Scamming/Sextortion/Sexting

Loverboys
Loverboys sind junge Männer, die Mädchen und junge Frauen ansprechen, z. B. vor der Schule, in Cafés, im Internet, und ihnen vorspielen, verliebt in sie zu sein. Sie heucheln Interesse für die Probleme der Mädchen, machen ihnen kleine Geschenke und führen sie aus. Wenn das Opfer emotional abhängig vom Loverboy ist, wird es gebeten, auch mit den Freunden der Loverboys oder anderen Männern zu schlafen. Oft drohen die Loverboys Gewalt gegenüber der Familie der Mädchen und jungen Frauen an oder erpressen sie mit Videos, die sie bei den Sexualkontakten aufgenommen haben. Deshalb wenden sich die Opfer auch fast nie an die Eltern oder die Polizei. In der Folge werden sie gezwungen, in angemieteten Wohnungen oder in Autos anschaffen zu gehen.

In einer bedrohlichen Situation sollte man sich unter 110 an die Polizei wenden. Eine Anzeige bei der Polizei kann dazu beitragen, dass den Loverboys das Handwerk gelegt wird. 

Das „Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben“ bietet unter der Nummer 08000 116 016 Hilfe bei Gewalt gegen Frauen an: https://www.hilfetelefon.de

Über das „Kinder- und Jugendtelefon“ sowie das „Elterntelefon“ erhalten Kinder/Jugendliche und/oder ihre Eltern anonym und kostenlos telefonische Hilfe beim Verein „Nummer gegen Kummer e.V.:
https://www.nummergegenkummer.de

Weitere Informationen:
https://liebe-ohne-zwang.de/loverboy-masche/
https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/sexualdelikte/loverboys/
https://weisser-ring.de/media-news/news-pressemitteilungen/14-05-2012-1
 

Cyber-Grooming
Cyber-Grooming (engl. grooming = anbahnen, vorbereiten) ist das gezielte Ansprechen von Personen im Internet mit dem Ziel, einen sexuellen Missbrauch anzubahnen. Dieses Ansprechen über soziale Netzwerke, z. B. Instagram, Snapchat oder verschiedene Chatrooms, ist als Vorbereitung zu sexuellem Kindesmissbrauch strafbar – sexuelle Handlungen an oder mit Kindern unter 14 Jahren sind nach § 176 StGB immer strafbar.

Täterinnen und Täter versuchen in der ersten Phase, das Vertrauen der angesprochenen Kinder und Jugendlichen zu gewinnen, indem sie großes Interesse an der Person des/der Angesprochenen vorgeben und in vielen Fällen falsche Altersangaben machen. Sie werden dann oft zu den wichtigsten Ansprechpersonen über alle Sorgen und Probleme der Heranwachsenden, z. B. in Schule und Familie oder in Fragen von Liebe und Partnerschaft. Dabei werden die Kinder und Jugendlichen in einer Art Gehirnwäsche davon abgehalten, sich Eltern, Geschwistern, Freundinnen/Freunden oder Lehrern anzuvertrauen.

Informationen zu allen Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs:
https://beauftragter-missbrauch.de/praevention/sexuelle-gewalt-mittels-digitaler-medien/cybergrooming
https://weisser-ring.de/praevention/tipps/cybergrooming


Love-Scamming
Beim Love-Scamming, nach den englischen Begriffen Romance-Scam (Scam = Betrug) oder Love-Scam, werden in Single- und Partnerbörsen oder in sozialen Netzwerken (Facebook, Snapchat, Instagram) gefälschte Profile mit falschen Fotos dazu benutzt, bei potentiellen Opfern eine Verliebtheit zu erschleichen. Im Laufe einer ausgiebigen Korrespondenz über Telefon, E-Mails und Chatrooms werden die Opfer dazu gebracht, kleinere oder größere Geldbeträge - bevorzugt über Western Union und MoneyGram - dem Scammer für irgendeine erfundene Notlage zu transferieren. Gut organisierte Banden z. B. aus Nigeria oder Ghana, suchen gezielt weibliche Opfer, während es osteuropäische Tätergruppen mit Frauenprofilen oft auf Männer als Zielgruppe abgesehen haben.

Neben Bargeld können es Scammer auch auf Kopien von Ausweisen abgesehen haben, mit dem Ziel, Ausweise zu fälschen, oder auf Einladungen nach Deutschland, um leichter einen Visumsantrag zu stellen. Strafbar nach dem Geldwäschegesetz machen sich Opfer, die sich bereiterklären, ihr Bankkonto als Sammelkonto für Überweisungen anderer Opfer zur Verfügung zu stellen. In diesen Fällen sollte man immer eine Anzeige bei der Polizei erstatten, auch wenn die Wahrscheinlichkeit gering ist, den oder die Täter zu überführen.

Weitere Informationen:
https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/betrug/scamming/


Sextortion
Sextortion (engl. Sex + Extortion – Erpressung) ist kurz gefasst eine Erpressung auf sexueller Grundlage, bei der gedroht wird, Videos mit sexuellen Handlungen oder Nacktfotos zu veröffentlichen.

Über ein soziales Netzwerk oder über eine Dating-Plattform nehmen die unbekannten Täter Kontakt zu Männern oder Frauen auf, mit dem Ziel, mögliche Opfer dazu zu bringen, sich vor einer Webcam auszuziehen oder sexuelle Handlungen an sich vorzunehmen. Wenn die Täter die Fotos oder Videos in ihrem Besitz haben, drohen sie den Opfern mit einer Veröffentlichung im Internet, wenn nicht ein Geldbetrag gezahlt wird. Opfer einer Erpressung sollten alle Beweismittel sichern, z. B. Screenshots, Chat-Protokolle oder E-Mails. Zudem sollten die Opfer eine Strafanzeige bei der Polizei erstatten. 

Nicht immer geht es um Geld: Vorsicht ist geboten bei einem Internetkontakt oder auch einer „normalen“ Partnerschaft, wenn man sich gegenseitig Nacktfotos oder Videos mit erotischem Inhalt schickt. Bei Abbruch einer Beziehung kann mit der Veröffentlichung der Fotos oder Videos gedroht werden. 


Sexting
Darunter versteht man das gegenseitige Zusenden von erotischen Selfies, sogenannten Nelfies, über Smartphone oder Internet. Grundsätzlich verboten sind sexuelle Darstellungen von Minderjährigen (Kindern unter 14 Jahren). Wenn sexuelle Handlungen an 14- bis 18-Jährigen abgebildet sind, handelt es sich um Jugendpornografie, Verbreitung und Besitz sind strafbar.

Sexting kann leicht dazu benutzt werden, den anderen auf Grundlage der verschickten Fotos und Videos zu mobben oder zu erpressen (siehe Sextortion).

Weitere Informationen:
https://www.schau-hin.info/sicherheit-risiken/sexting-so-schuetzen-eltern-ihre-kinder
https://www.lmz-bw.de/medien-und-bildung/jugendmedienschutz/sexualitaet-und-pornografie/was-ist-sexting/


Wie kann der WEISSE RING helfen?

Der WEISSE RING bietet bei allen Formen von sexualisierter Gewalt unterschiedliche Hilfen an: 

  • Beistand und persönliche Betreuung für Opfer und Angehörige
  • Begleitung zu Terminen bei Polizei oder vor Gericht
  • Hilfeschecks für eine anwaltliche Erstberatung
  • Untersuchungsschecks für eine rechtsmedizinische Beweissicherung oder
  • Vermittlung von Hilfen anderer Organisationen (z. B. Grauzone oder Frauen helfen Frauen).