Schwarzwald-Baar-Kreis
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5. Kontakttreffen WEISSER RING und Polizeipräsidium Tuttlingen

Zum fünften Mal in Folge organisierte die Kriminalpolizeidirektion Rottweil das schon zur Tradition gewordene Kontakttreffen zwischen den Außenstellenleiterinnen und Außenstellenleitern des WEISSEN RINGS  aus den fünf Landkreisen im Bereich des Polizeipräsidiums Tuttlingen, also den Landkreisen Freudenstadt, Rottweil, Tuttlingen, Schwarzwald-Baar und Zollernalb. Mit Blick auf die veränderte Polizeistruktur ab 2020 war erstmals auch ein Vertreter aus dem Landkreis Konstanz dabei. 

Die polizeiliche Kriminalstatistik für das Polizeipräsidium Tuttlingen macht deutlich, dass bei einer Anzahl von 5506 Opfern im Jahr 2018 ein hoher Bedarf an Beratung und Unterstützung für die Opfer von Straftaten vorhanden ist. Deshalb fand am 15.11.2019 bei der Kriminalpolizeidirektion in Rottweil ein Erfahrungsaustausch des „Netzwerks Opferschutz und Opferhilfe“ statt. Begrüßt wurden die Teilnehmer der Veranstaltung durch den stellvertretenden Leiter der Kriminalpolizeidirektion, Herrn Kriminaldirektor Rolf Straub. Er verwies auf die Anzahl der Opferdelikte (z. B. Körperverletzungsdelikte, Fälle von häuslicher Gewalt, Sexualdelikte) im Polizeipräsidium Tuttlingen, die zeige, welch hoher Bedarf an Beratung und Betreuung bestehe. 

Ein Kernthema des Treffens war der Umgang mit häuslicher Gewalt. Hier gab es 2018 insgesamt 504 bekannt gewordene Fälle im Gebiet des Polizeipräsidiums Tuttlingen. Für die Opfer häuslicher Gewalt bietet der WEISSE RING vielfältige Beratungs- und Hilfsmöglichkeiten an. So begleiten die Mitarbeiter des WEISSEN RINGS die Opfer zu Terminen bei Polizei, Staatsanwaltschaft und Gericht und es gibt Hilfeschecks für eine juristische oder psychotraumatologische Erstberatung. Entsteht durch die häusliche Gewalt eine finanzielle Notlage, kann der WEISSE RING bei der Überbrückung helfen, wenn eine wirtschaftliche Bedürftigkeit beim Opfer besteht.  

Petro Bihler, Leiter der Außenstelle des WEISSEN RINGS im Landkreis Freudenstadt, stellte als weiteres Kernthema des Treffens die NO STALK App vor, die vom WEISSEN RING zur Unterstützung von Stalkingopfern angeboten wird. „Mit der App haben Betroffene von Stalking etwas Alltagstaugliches an der Hand, um sich juristisch gegen Täter zu wehren. Das Opfer kommt aus seiner Passiv-Rolle heraus! Potenzielle Täter werden abgeschreckt. Die Gesellschaft wird für das Tabu-Thema sensibilisiert“, wie Brigitta Brüning-Bibo, die zuständige Projektleiterin der WEISSER RING Stiftung erläutert. 

Jährlich gibt es bundesweit ca. 600.000 Fälle von Stalking und nur 3 % der Fälle werden angezeigt. Im Bereich des Polizeipräsidiums Tuttlingen gab es 2018 insgesamt 131 Opfer von Stalking (93 weiblich, 38 männlich). Wenn man das Dunkelfeld berücksichtigt, sind es noch deutlich mehr Fälle. Die neue App kann hier als Werkzeug zur Beweissammlung und zur eigenen Reflexion für jeden dienen, der von Stalking betroffen ist. Die Taten des Stalkers können als Foto, Video oder als Sprachnachricht gespeichert werden. Es ist möglich, Hilfe anzufordern oder Freunde zu informieren. Auch Nachrichten wie SMS oder WhatsApp können optional gespeichert werden. Die App ist seit Mai 2019 kostenlos im App-Store verfügbar und die Resonanz ist bisher äußerst positiv. Die  Webseite verzeichnet mittlerweile rund 100 000 Besucher deutschlandweit. Nähere Informationen zu der App finden Sie unter www.nostalk.de

Selbstverständlich können sich Betroffene nach wie vor auch persönlich an den WEISSEN RING wenden.

Vordere Reihe: Frau Marion Hartwich, Kriminalkommissariat Villingen; Frau Marlies Kwasnitza u. Frau Dunja Burgbacher-Bucher, WEISSER RING Rottweil; Frau Jacqueline Gyßler, Kriminalpolizeidirektion; Herr Rolf Straub, Stellvertretender Leiter der Kriminalpolizeidirektion
Hintere Reihe: Herr Karl-Heinz Wußler, Leiter Kriminalkommissariat Tuttlingen; Herr Horst Jeschor, WEISSER RING Konstanz; Frau Anke Klaiber, Kriminalinspektion 1; Herr Rudi Welte, Leiter Kriminalinspektion 7; Herr Christian Zahn, Kriminalinspektion 4; Herr Petro Bihler, WEISSER RING Freudenstadt; Herr Helmar Pfriender, Kriminalinspektion 2; Herr Jochen Link, WEISSER RING Schwarzwald-Baar; Herr Karl Maier, WEISSER RING Zollernalbkreis; Herr Dietmar Dieter, Leiter Kriminalkommissariat Balingen; Herr Steffen Fahrbach, Kriminalkommissariat Freudenstadt; Herr Florian Elsässer, Leiter Kriminaldauerdienst