Schwarzwald-Baar-Kreis
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Tag der Kriminalitätsopfer 22.03.2019 - Ohne Furcht im Alter

Seit 1991 macht der WEISSE RING mit dem Tag der Kriminalitätsopfer auf Menschen aufmerksam, die durch Kriminalität und Gewalt geschädigt wurden. In diesem Jahr hat der WEISSE RING den Tag der Kriminalitätsopfer den Senioren gewidmet. Unter dem Titel „Ohne Furcht im Alter - damit Sie nicht Opfer werden“hat die Außenstelle Schwarzwald-Baar-Kreis in Kooperation mit der Polizeidirektion zu einem Pressegespräch eingeladen. 

Tobias Weyler, der Leiter der Ermittlungsgruppe Straftaten zum Nachteil älterer Menschen (SÄM) der Kriminalpolizei Rottweil, und Michael Göbel, Referatsleiter Prävention beim Polizeipräsidium Tuttlingen, haben dargelegt, dass Straftaten gegenüber Senioren zugenommen haben. Dazu zählen beispielsweise angebliche Gewinnversprechen, scheinbare Forderungen nicht bezahlter Rechnungen, Schockanrufe, Enkeltrick, falscher Polizeibeamter, unseriöse Haustürgeschäfte, falsche Handwerker oder falsche Stromableser. In diesem Zusammenhang weisen die Polizeibeamten darauf hin, dass Betrüger oft unter falschen Telefonnummern, z. B. mit 110 anrufen. Die angezeigten Telefonnummern können „gefälschte“ Nummern sein, die Polizei ruft nie unter der Nummer 110 an. Da oftmals die Angerufenen nach dem vielleicht altertümlich klingenden Vornamen ausgesucht werden, kann es hilfreich sein, nur den Anfangsbuchstaben des Vornamens anzeigen zu lassen und evtl. einen zweiten abgekürzten Vornamen aufzunehmen.

Quelle: Sicherheit 2018, Sicherheitsbericht des Landes Baden-Württemberg

Quelle: Sicherheit 2018, Sicherheitsbericht des Landes Baden-Württemberg

Jochen Link, Leiter der Außenstelle Schwarzwald-Baar-Kreis, und der Präventionsbeauftragte Max Bammert empfehlen den Senioren ein gesundes Misstrauen, ohne dass man die Hilfsbereitschaft generell in Frage stellt. Ein besonderes Problem stellt die Internetkriminalität dar, da beispielweise Senioren auf unseriöse Versandapotheken hereinfallen. Bei Opfern von Betrügern ist die Scham darüber, dass man hereingelegt worden ist, oft so groß, sodass man am liebsten darüber schweigen möchte. Man sollte sich dennoch an die Polizei oder den WEISSEN RING wenden. Die Polizei kann eventuell den oder die Täter ermitteln, wenn Opfer zu einer Aussage oder einer Anzeige bereit sind. Der WEISSE RING hilft in vielfältiger Weise, z. B. durch menschlichen Beistand und persönliche Betreuung, durch Begleitung zu Terminen bei Polizei oder bei Gerichtsverhandlungen, durch Hilfestellung im Umgang mit Ämtern und Behörden, durch einen Beratungsscheck für einen Anwalt oder eine psychotraumatologische Erstberatung und schließlich durch Vermittlung von Hilfen anderer Organisationen. 

Max Bammert, Michael Göbel und Jochen Link geben Tipps für Senioren

Bild: Anna Schröder, SÜDKURIER